Digitale Plattform erinnert an NS-Verfolgung im Dresdner Theater

In Dresden wird erneut die dunkle Vergangenheit des deutschen Theater- und Opernbetriebs in der NS-Zeit thematisiert. Eine neue digitale Gedenkplattform dokumentiert nun gezielt die Schicksale verfolgter Künstlerinnen und Künstler aus sächsischen Bühnen. Die Initiative geht aus einer bundesweiten Kooperation hervor, die im Rahmen der Gedenkveranstaltungen der Bayreuther Festspiele am Sonntag öffentlich vorgestellt wurde.

Die Plattform verzeichnet Biografien von Sängerinnen, Regisseuren und Musikern, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Berufsleben entlassen, diskriminiert oder ermordet wurden. Zahlreiche dieser Schicksale sind mit Dresden und dem dortigen Opernbetrieb verbunden, der einst zu den führenden kulturellen Institutionen Deutschlands zählte. Unter den dokumentierten Persönlichkeiten sind auch jüdische Künstler, die nach der Machtübernahme 1933 systematisch aus dem öffentlichen Kulturbetrieb verdrängt wurden.

Die digitale Erinnerungsarbeit soll historische Lücken schließen und gleichzeitig als Bildungsressource für Schulen und Kultureinrichtungen dienen. Das Projekt wird von Historikern der Technischen Universität Dresden sowie Mitarbeitern des Dresdner Staatstheaters wissenschaftlich begleitet. „Es ist unsere Verantwortung, verstummte Stimmen wieder hörbar zu machen“, heißt es in einem begleitenden Statement.

Quellen: MDR – Nachrichten