Am Montagvormittag erwartet das Dresdner Landgericht die Urteilsverkündung im Prozess um einen brutalen Messerangriff in einer Straßenbahn der Linie 4. Der Vorfall hatte sich im August des vergangenen Jahres ereignet, als ein junger US-amerikanischer Student versuchte, eine Frau vor einem aggressiven Angreifer zu schützen. Dabei wurde er selbst schwer verletzt. Die Tat löste bundesweite Betroffenheit aus und führte zu Diskussionen über Gewalt im öffentlichen Raum.
Der Angeklagte, ein 28-jähriger Mann aus Dresden, soll ohne erkennbaren Grund die Frau zunächst verbal beleidigt und dann mit einem Messer attackiert haben. Der US-Bürger, damals 23 Jahre alt und an einer Dresdner Universität eingeschrieben, reagierte spontan, stellte sich zwischen Täter und Opfer und wurde dabei am Oberkörper getroffen. Dank schneller medizinischer Versorgung überlebte er – musste aber monatelang rehabilitieren.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Zeugen berichteten von einer chaotischen Szenerie, bis die Polizei eintraf. Der junge Amerikaner hat inzwischen sein Studium abgeschlossen und das Land verlassen, gab aber eine schriftliche Stellungnahme für das Verfahren ab. Das Gericht muss nun entscheiden, ob der Täter inhaftiert wird oder eine psychiatrische Unterbringung angeordnet wird, da psychische Auffälligkeiten im Gutachten erwähnt wurden.
Quellen: MDR – Nachrichten