In Höchberg im bayerischen Landkreis Würzburg ist am Montagabend ein antisemitischer Angriff verübt worden, bei dem ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft schwer verletzt wurde. Der 58-jährige Mann trug einen Anstecker mit der israelischen Flagge, als er von einem jungen Mann angesprochen und kurz darauf gewaltsam attackiert wurde.
Wie Zeugen berichteten, eskalierte die Situation, nachdem der 20-jährige mutmaßliche Täter den Anstecker bemerkte und den Mann daraufhin verbal konfrontierte. Ohne Vorwarnung schlug er anschließend mit Fäusten und Tritten auf das Opfer ein, das zu Boden ging. Laut Angaben der WELT trat der Täter gezielt auf den am Boden liegenden Mann ein, wodurch dieser einen Wirbelbruch erlitt. Rettungskräfte brachten das Opfer in eine nahegelegene Klinik, wo es stationär behandelt wird.
Die Polizei nahm den 20-jährigen syrischen Staatsangehörigen noch am Tatort fest. Er befindet sich in Untersuchungshaft, der Haftbefehl wurde wegen besonders schwerer Körperverletzung und des Verdachts auf antisemitisch motivierte Gewalt erlassen. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Würzburg, die den Fall als politisch motivierte Kriminalität einstuft.
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft verurteilte den Angriff scharf und forderte eine stärkere Bekämpfung von Antisemitismus in der Gesellschaft. Auch bayerische Politiker äußerten sich betroffen. Die Tat wirft erneut Fragen über die Sicherheit jüdischer Symbole im öffentlichen Raum auf, insbesondere in ländlichen Regionen.
Quellen: ZEIT Online – Deutschland, T-Online Nachrichten, Welt Online, Der Tagesspiegel