München: Verdächtige zur Nierenspende-Zwangshandlung in Rumänien festgenommen

In einem internationalen Fahndungserfolg wurden zwei rumänische Verdächtige festgenommen, die in München einen Mann zur Nierenspende gezwungen und anschließend festgehalten haben sollen. Die Festnahmen erfolgten in Rumänien aufgrund eines von deutschen Behörden erlassenen Haftbefehls. Die Ermittlungen laufen unter Hochdruck, da es sich um einen besonders schweren Fall von Menschenhandel und Körperverletzung handelt.

Laut Angaben des Generalbundesanwalts soll das Opfer, ein 44-jähriger Mann, über mehrere Tage in einer Wohnung im Münchner Stadtteil Giesing festgehalten worden sein. Die Täter, ein Ehepaar aus Rumänien, sollen den Mann unter Androhung von Gewalt zur Organabgabe gezwungen haben. Erst nach einer Flucht gelang es dem Opfer, die Polizei zu informieren. Medizinische Untersuchungen bestätigten schwere physische und psychische Verletzungen.

Die beiden Verdächtigen flohen nach der Tat nach Rumänien, wo sie durch die dortige Polizei im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit dingfest gemacht wurden. Die Auslieferung an Deutschland wird vorbereitet. Der Fall wirft erneut Fragen zu organisierten Kriminalstrukturen im Bereich illegaler Organhandel auf, insbesondere im grenzüberschreitenden Raum.

Die bayerische Staatsanwaltschaft betont, dass solche schweren Delikte konsequent verfolgt würden. Gleichzeitig ruft sie potenzielle Opfer aus Migrationshintergründen dazu auf, sich bei Bedrohungen oder Zwangssituationen an die Behörden zu wenden – unabhängig vom Aufenthaltsstatus.

Quellen: Der Tagesspiegel