Die Spree in Sachsen befindet sich in einer zunehmend kritischen Lage. Aufgrund anhaltender Dürreperioden und fehlender Niederschläge sinkt der Wasserstand des Flusses weiter – mit gravierenden Folgen für Ökologie, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung. Besonders im Osten des Freistaats, etwa in den Regionen Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz, ist die Lage besorgniserregend.
„Die Grundwasserstände sind vielerorts auf Rekordtief – das betrifft auch die Zuflüsse der Spree“, warnt ein Hydrologe des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Talsperren wie die von Bautzen speichern derzeit nur einen Bruchteil ihres Fassungsvermögens. Selbst nach den vergangenen Sommern mit extremen Trockenphasen sei die aktuelle Situation besonders bedrohlich, da sich die Böden nicht ausreichend erholen konnten.
Behörden und Kommunen haben bereits Maßnahmen ergriffen: In mehreren Gemeinden gilt eine vorübergehende Bewässerungsverordnung, die etwa das Befüllen von privaten Swimmingpools oder das Waschen von Fahrzeugen verbietet. Auch die Industrie wird aufgefordert, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren. Gleichzeitig wird verstärkt auf die Bevölkerung appelliert, bewusster mit dem knappen Gut umzugehen.
Experten befürchten, dass sich solche Dürrephasen künftig häufen könnten. „Klimamodelle zeigen, dass Ostdeutschland zu den am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands zählt“, sagt eine Klimaforscherin der TU Dresden. Langfristig seien strukturelle Anpassungen wie neue Wasserspeicherkonzepte und eine umweltschonendere Landwirtschaft nötig.
Quellen: MDR – Nachrichten