Im Zuge der Ermittlungen gegen die sogenannte Gruppe »Königreich Deutschland« hat die Generalbundesanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Anführer, den Fantasiekönig Fitzek, erhoben. Wie der SPIEGEL berichtet, stammt der Beschuldigte aus Sachsen-Anhalt und proklamierte sich als selbsternannter Herrscher einer imaginären Monarchie. Zusammen mit weiteren Mitgliedern soll er durch Scheinfirmen und fiktive Amtsgeschäfte Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.
Die Gruppe, die sich als souveräner Staat versteht und staatliche Institutionen ablehnt, ist seit Jahren in der Szene der sogenannten Reichsbürger aktiv. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, mit gefälschten Dokumenten, falschen Identitäten und fingierten Gerichtsbeschlüssen gearbeitet zu haben. Dabei seien auch Immobilien und Konten unrechtmäßig beansprucht worden. Die Hinterziehung von Steuern bildet den Kern der Anklage, die nun vor einem Bundesgericht verhandelt werden soll.
Der Fall zeigt erneut, wie aus ideologischen Fantasien strafbare Handlungen entstehen können. Sicherheitsbehörden beobachten die Szene seit Jahren, doch die juristische Verfolgung gestaltet sich oft komplex. Mit der Anklage gegen Fitzek wird nun ein prominentes Mitglied der Bewegung juristisch zur Verantwortung gezogen. Die Ermittlungen wurden durch bundesweite Durchsuchungen und Datenanalysen unterstützt, an denen auch sachsen-anhaltische Behörden beteiligt waren.
Quellen: Spiegel Online – Deutschland, Spiegel Online – Schlagzeilen