In Berlin häufen sich erneut antisemitische Vorfälle. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, ermittelt der Staatsschutz nach zwei Vorfällen, bei denen jüdische Personen auf offener Straße beleidigt und bedroht wurden. In einem Fall filmte ein Rabbiner, wie ein junger Mann direkt in die Kamera den Hitlergruß zeigte und ihn mit dem Namen „Muhammad“ rassistisch beleidigte.
Der Vorfall wurde von einer jüdischen Gemeinde dokumentiert und öffentlich gemacht, um auf die zunehmende Alltagsbedrohung aufmerksam zu machen. Nur kurze Zeit später wurde ein weiterer Mann in Berlin antisemitisch beleidigt – unter anderem mit Todesdrohungen. Auch hier war ein Rabbiner anwesend und nahm den Vorfall auf. Beide Videos zeigen, wie aggressiv und direkt die Anfeindungen inzwischen erfolgen, obwohl die Täter offenbar keine Angst vor Konsequenzen haben.
Die Berliner Justiz bestätigte, dass in beiden Fällen Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Bedrohung laufen. Antisemitismus-Beauftragte der Stadt äußerten sich bestürzt: „Das ist kein Einzelfall mehr, sondern Teil eines besorgniserregenden Trends.“ Laut einem aktuellen Bericht kam es im vergangenen Jahr in Deutschland zu fast 70 antisemitischen Vorfällen pro 1000 jüdische Einwohner – in Berlin liegt die Dunkelziffer vermutlich höher. Die Behörden kündigten verstärkte Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen an.
Quellen: Welt Online, Der Tagesspiegel