Geiseltalsee: Gericht bestätigt Sperrung des Nordteils – Wassersport vorerst tabu

Der Nordteil des Geiseltalsees bleibt vorerst für Wassersport und andere Freizeitaktivitäten gesperrt. Das Verwaltungsgericht Halle hat einem Eilantrag des Naturschutzbundes (NABU) Sachsen-Anhalt stattgegeben und die geplante Freigabe gestoppt. Hintergrund ist die Sorge um die empfindliche Ökologie des Seegebiets, das aus einem ehemaligen Braunkohletagebau entstanden ist.

Der NABU argumentierte, dass eine intensive Nutzung des Nordteils zu einer erheblichen Belastung für die dort lebenden Tier- und Pflanzenarten führen könnte. Insbesondere der Schutz von Brutvögeln und seltener Wasserpflanzen stehe auf dem Spiel. Die Behörden hätten bei der geplanten Freigabe nicht ausreichend die Umweltverträglichkeitsprüfung berücksichtigt, so die Klage.

Das Gericht folgte dieser Argumentation vorläufig und verhängte die Sperrung bis zur abschließenden Klärung des Rechtsstreits. Eine endgültige Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. In der Zwischenzeit bleibt der Bereich für Motorboote, Windsurfer und andere Wassersportler unzugänglich.

Der Geiseltalsee gilt als eines der größten Binnenseen Deutschlands und zieht jährlich zahlreiche Touristen an. Während der Süden bereits intensiv genutzt wird, soll der Norden als Rückzugsgebiet für die Natur erhalten bleiben. Die Entscheidung des Gerichts wird von Umweltschützern begrüßt, sorgt aber bei Sportlern und Teilen der Tourismusbranche für Unmut.

Quellen: MDR – Nachrichten