Gesundheitsminister Wilke verteidigt Schließung von Potsdamer Krankenhausstationen

Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) hat die umstrittene Schließung von Stationen am Potsdamer St. Josefs-Krankenhaus verteidigt. In einer Sitzung des Gesundheitsausschusses betonte Wilke, dass bei der Entscheidungsfindung Transparenz herrschte und kein Krankenhaus-Träger überrascht oder übervorteilt worden sei. Die Schließung der Geburtsklinik und anderer Abteilungen hatte in der vergangenen Woche Hunderte Bürger zu Protesten auf den Plan gerufen.

Die Demonstrationen richteten sich insbesondere gegen die Reduzierung medizinischer Versorgung in der Landeshauptstadt. Kritiker befürchten, dass die Schließungen zu längeren Wegen für Notfälle und Geburten führen und die Qualität der medizinischen Versorgung im Land beeinträchtigen. Wilke entgegnete, dass die Neustrukturierung auf Grundlage medizinischer Notwendigkeiten und wirtschaftlicher Tragfähigkeit erfolgte. Er verwies darauf, dass andere Kliniken in der Region Kapazitäten aufbauen könnten, um Patienten bedarfsgerecht zu versorgen.

Das Ministerium betont, dass die Entscheidung im Dialog mit allen Beteiligten getroffen wurde. Dennoch bleibt die Unzufriedenheit in der Bevölkerung groß, insbesondere unter medizinischem Personal und betroffenen Familien. Die Debatte um die flächendeckende medizinische Versorgung im ländlichen Raum gewinnt in Brandenburg damit weiter an Brisanz.

Quellen: Der Tagesspiegel