Goethe-Preis 2026 geht an Schriftsteller Uwe Timm

Der deutsche Schriftsteller Uwe Timm ist am Donnerstag in der Frankfurter Paulskirche mit dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet worden. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Timms literarisches Lebenswerk und seinen kritischen Einsatz für Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe. Die feierliche Verleihung fand vor geladenen Gästen aus Kultur, Politik und Wissenschaft statt.

In seiner Dankesrede nutzte Timm die Bühne für einen eindringlichen Appell: „Das Grundgesetz ist kein Selbstläufer. Es muss jeden Tag neu verteidigt werden – gerade in Zeiten, in denen autoritäre Tendenzen lauter werden.“ Er bezog sich dabei auch auf aktuelle politische Entwicklungen, darunter die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, und mahnte eine wache Zivilgesellschaft an.

Die Jury hob hervor, dass Timm mit Werken wie „Rot“ oder „Am Beispiel meines Bruders“ die deutsche Vergangenheit mit literarischer Tiefe und moralischer Klarheit aufgearbeitet habe. Kulturdezernentin Ina Hartwig lobte ihn als „einen Chronisten unserer Republik, der Sprache findet, wo andere schweigen“.

Der Goethe-Preis, erstmals 1927 verliehen, gilt als eine der bedeutendsten kulturellen Auszeichnungen Hessens. Timm folgt damit auf Persönlichkeiten wie Daniel Barenboim, Jenny Erpenbeck und Navid Kermani.

Quellen: FAZ Online