Was aus persönlicher Not entstand, ist heute eine Geste der Hoffnung für andere: Lena Rossa aus Mildenau häkelt kleine, wollene Kraken und Quallen, die sie kostenlos an das Klinikum Chemnitz liefert – für Frühgeborene auf der neonatologischen Intensivstation.
Vor einigen Jahren kam Rossas eigene Tochter viel zu früh zur Welt. Wochenlang war sie im Klinikum Chemnitz stationär behandelt, durchlebte schwere medizinische Phasen. In dieser Zeit lernte die Mutter die sogenannten „Haekelquallen“ kennen – kleine, mehrarmige Figuren aus weicher Wolle, deren Tentakel Babys zum Greifen animieren sollen. Das Greifen nach Strukturen gibt den Kleinsten Sicherheit und kann Herzfrequenz sowie Atmung stabilisieren.
Heute fertigt Rossa diese Beruhigungsobjekte in ihrer Freizeit an. Jeder Krake wird einzeln gehäkelt, sorgfältig gewaschen und desinfiziert, bevor er ins Krankenhaus gelangt. Die Pflegekräfte setzen die Figuren gezielt ein – etwa bei beatmeten Kindern oder bei stressempfindlichen Frühchen.
Das Klinikum Chemnitz begrüßt das Engagement. „Solche Maßnahmen ergänzen unsere medizinische Versorgung sinnvoll“, sagt eine Sprecherin. „Es geht nicht nur um medizinische Parameter, sondern auch um emotionale Stabilität.“
Rossa sieht in ihrer Arbeit eine Form der Dankbarkeit: „Ich weiß, wie hilflos man sich fühlen kann. Wenn ich jetzt anderen Familien etwas Halt geben kann, dann macht das alles etwas leichter.“
Quellen: MDR – Nachrichten