Im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt sorgt die Zusammenarbeit zwischen dem Kabarettisten Dieter Hallervorden und dem CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze für innenparteiliche Spannungen. Hallervorden, der sich in jüngeren Jahren politisch zurückgehalten hatte, tritt aktuell bei Wahlkampfveranstaltungen an Schulzes Seite auf und greift dabei klare Positionen zu bundespolitischen Themen an. Unter anderem äußerte er scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius, wobei er Merz ironisch „auf den Mond“ wünschte.
Diese Äußerungen stoßen bei der Bundes-CDU auf Kritik. Parteikreise beklagen, dass Hallervordens Aussagen den politischen Diskurs verunsichern und nicht dem moderaten Profil der Union entsprechen. Die Bundespartei distanzierte sich daher von den Auftritten und betonte, dass Hallervorden kein Mitglied der CDU sei und dessen Meinungen nicht die Parteilinie widerspiegelten.
Der sachsen-anhaltinische Landesverband hingegen verteidigt die Zusammenarbeit. „Wir dürfen das Streiten nicht verlernen“, erklärte ein Sprecher der Landes-CDU gegenüber dem Tagesspiegel. Man begrüße es, wenn prominente Persönlichkeiten für politische Debattenkultur einträten, auch wenn sie kontrovers seien. Die Auftritte sollen vor allem jüngere Wählergruppen ansprechen und Aufmerksamkeit für den Landtagswahlkampf generieren.
Unklar bleibt, ob die Strategie trägt. Während Hallervorden als Kultfigur gilt, polarisieren seine Äußerungen zunehmend – auch innerhalb der eigenen Partei. Beobachter warnen davor, dass die mediale Aufmerksamkeit für die CDU in Sachsen-Anhalt ins Gegenteil kippen könnte, wenn der Fokus vom politischen Programm auf persönliche Provokationen verlagert wird.
Quellen: FAZ Online, Spiegel Online – Deutschland, Der Tagesspiegel