Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hat vor den neuen Smartglasses des US-Technologiekonzerns Meta gewarnt. Die Geräte, die optisch wie normale Sonnenbrillen aussehen, können filmen, fotografieren und Daten in Echtzeit verarbeiten – und bergen laut Fuchs erhebliche Risiken für die Privatsphäre Dritter.
„Gerade die Unauffälligkeit dieser Geräte macht sie zu einem Problem“, erklärte Fuchs am Donnerstag. „Wenn Menschen nicht mehr wissen, ob sie gerade aufgezeichnet werden, ist das ein massiver Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.“ Besonders kritisch sieht er die Position der Kamera, die direkt am Brillenrand angebracht ist und nahezu unbemerkt Aufnahmen tätigen kann.
Hamburg, als Sitz der europäischen Meta-Zentrale für Datenschutz, spielt in der Debatte um digitale Rechte eine besondere Rolle. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte ist daher federführend in mehreren Verfahren gegen den Konzern. Fuchs fordert nun, dass Meta klare Hinweissysteme implementiert, sobald die Smartglasses in Betrieb sind – etwa durch eine sichtbare LED-Anzeige.
Die Diskussion rund um die neuen Technologien wirft auch grundsätzliche Fragen zur Regulierung im digitalen Raum auf. Während Meta die Brillen als Alltagsbegleiter vermarktet, warnen Datenschützer vor einer Normalisierung der Dauerüberwachung. Die Behörde in Hamburg prüft derzeit, ob zusätzliche Auflagen oder sogar ein Verkaufsverbot im Stadtgebiet in Betracht gezogen werden müssen.
Quellen: Welt Online