Hitzewelle belastet Rettungsdienste: Über 3000 zusätzliche Einsätze in Berlin

Die extreme Hitzewelle Ende Juni und Anfang Juli hat massive Auswirkungen auf die Gesundheit der Berliner Bevölkerung gehabt. Laut einer aktuellen Untersuchung der Freien Universität Berlin gab es in diesem Zeitraum über 3000 Rettungseinsätze mehr als in vergleichbaren Vorjahren. Vor allem ältere Menschen und Bewohnerinnen und Bewohner in städtisch dicht bebauten Bezirken waren betroffen.

Die Wissenschaftler analysierten Einsatzdaten der Rettungsdienste und korrelierten sie mit lokalen Temperaturwerten. Dabei zeigte sich, dass Stadtteile mit geringer Grünflächenquote und hoher Bebauungsdichte – wie Mitte oder Neukölln – deutlich mehr Notfalleinsätze aufwiesen. Häufige Diagnosen waren Hitzeschlag, Kreislaufprobleme und Dehydration.

Die Studie unterstreicht erneut die Bedeutung stadtplanerischer Maßnahmen zur Klimaanpassung. Experten fordern mehr Schattenplätze, kühlende Begrünung und Hitzewarnsysteme, um vor allem vulnerable Gruppen besser zu schützen. Die Senatsverwaltung für Gesundheit kündigte an, die Ergebnisse in die zukünftige Stadtentwicklung einfließen zu lassen.

„Hitze ist eine unterschätzte Gesundheitsgefahr“, so die Leiterin der Studie. „Besonders bei länger anhaltenden Wetterextremen drohen Überlastungen im medizinischen Sektor.“ Die Zahlen belegen, dass Berlin auf die Folgen des Klimawandels besser vorbereitet sein muss – sowohl medizinisch als auch infrastrukturell.

Quellen: Der Tagesspiegel