Hoteliers in Sachsen-Anhalt befürchten Tourismusrückgang nach AfD-Wahlsieg

Die touristische Branche in Sachsen-Anhalt steht vor einem möglichen Einbruch infolge des jüngsten Wahlerfolgs der AfD. Wie aus Berichten regionaler Hoteliers hervorgeht, haben erste Reisende ihre Buchungen storniert und dabei explizit das Wahlergebnis als Grund genannt. Die Unsicherheit unter Unternehmern wächst, zumal die AfD mit sogenannten „patriotischen Tourismuskonzepten“ bereits Signale gesendet hat, die von vielen als abschreckend für liberal eingestellte Besucher wahrgenommen werden.

Insbesondere in historisch bedeutenden Regionen wie der Lutherstadt Wittenberg oder entlang der Straße der Romanik befürchten Gastronomen, dass sich ein Imagebild etabliert, das Vielfalt und Offenheit untergräbt. „Tourismus lebt von Gastfreundschaft – nicht von Abgrenzung“, sagte ein Hotelbetreiber aus Halle gegenüber lokalen Medien. Auch Verbände warnen davor, dass internationale Reiseveranstalter künftig alternative Ziele in Betracht ziehen könnten, wenn sich Sachsen-Anhalt als ideologisch polarisiert darstellt.

Experten weisen darauf hin, dass das Bundesland in den letzten Jahren gerade durch kulturelle und religiöse Angebote an Bedeutung gewonnen hat. Sollte sich nun eine Abwärtsspirale einstellen, könnte dies nicht nur ökonomische, sondern auch gesellschaftliche Folgen haben – besonders in ländlichen Gebieten, wo der Tourismus oft eine zentrale Einkommensquelle darstellt.

Quellen: Süddeutsche Zeitung (DE, 11.09.2026 12:45), T-Online Nachrichten (DE, 11.09.2026 12:35)