Leipziger Drohnen-Einsatz: Expertin warnt vor Missbrauch über Handynetze

Bei einem Drohnen-Einsatz am Leipziger Flughafen ist ein beunruhigendes technisches Detail ans Licht gekommen: Eine der Drohnen wurde über das öffentliche Handynetz gesteuert. Dieses Vorgehen ist laut Expertinnen ein neues und besonders schwer zu kontrollierendes Phänomen, da klassische Störsysteme gegen Funkwellen bei dieser Methode wirkungslos sind.

„Die Steuerung über Mobilfunk ist ein Game-Changer für die Sicherheitsbehörden“, erklärt eine Sicherheitsexpertin im Interview. „Wir können solche Drohnen nicht mehr einfach durch Signalstörung abschalten, weil sie auf etablierte Netzinfrastrukturen zugreifen – genau wie ein Smartphone.“ Dies mache die Abwehr extrem schwierig, besonders in sensiblen Lufträumen wie Flughäfen oder Regierungsgebäuden.

Die Drohne war Teil eines Testeinsatzes zur Überwachung von Luftraumverstößen. Doch die verwendete Technik wirft nun neue Sicherheitsfragen auf. „Diese Technologie kann auch von kriminellen oder terroristischen Akteuren genutzt werden“, warnt die Expertin. „Ein Szenario, bei dem eine ferngesteuerte Drohne mit gefährlichem Material in ein dicht besiedeltes Gebiet fliegt, ist leider realistisch.“

Die zuständigen Behörden in Sachsen prüfen nun, wie solche Drohnen künftig erkannt und abgefangen werden können. Diskutiert werden unter anderem Softwarelösungen, die verdächtige Datenverbindungen im Mobilfunknetz identifizieren. Bislang gibt es jedoch keine flächendeckende Technik, die einen solchen Zugriff sicher unterbinden könnte.

Quellen: Der Tagesspiegel