IAV streicht über 2000 Stellen in Berlin: Halbe Belegschaft betroffen

Ein schwerer Einschnitt für Berlins Technologie- und Automobilindustrie: Die Volkswagen-Tochter IAV streicht über 2000 Arbeitsplätze am Standort Berlin. Wie das Unternehmen bekanntgab, soll der Abbau über ein freiwilliges Abfindungsprogramm erfolgen. Mehr als die Hälfte der Berliner Belegschaft ist davon betroffen.

IAV, spezialisiert auf Entwicklungsdienstleistungen für Fahrzeugsoftware und Elektronik, hatte in den vergangenen Jahren stark auf den Berliner Standort gesetzt – unter anderem wegen der Nähe zu Start-ups und digitalaffinen Fachkräften. Doch angesichts verschärfter Kostendisziplin bei Volkswagen und einer Neuausrichtung der Konzernstrategie wird nun auch hier rationalisiert. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2028 laufen, betriebsbedingte Kündigungen seien in diesem Zeitraum ausgeschlossen.

Das Management spricht von einer „Anpassung an zukünftige Marktanforderungen“. Kritiker sehen dahinter jedoch eine Trendwende: Der anfängliche Enthusiasmus für digitale Innovation in Berlin weicht Sparmaßnahmen. Gewerkschaften fordern jetzt Gespräche, um Weiterqualifizierungen und interne Umschichtungen zu prüfen. Gleichzeitig warnen sie vor negativen Signalen an andere Tech-Firmen, die in der Hauptstadt investieren könnten.

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft zeigte sich informiert, betonte aber, keine direkte Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen zu haben. Dennoch solle ein Monitoring der regionalen Arbeitsmarktentwicklung intensiviert werden. Für viele Beschäftigte bleibt Unsicherheit – trotz der freiwilligen Regelung.

Quellen: Der Tagesspiegel