In Sachsen-Anhalt steht aktuell jeder fünfte Kleingarten ungenutzt da. Dies zeigt eine Analyse des Kleingartenwesens in Ostdeutschland, die auch Daten aus dem Bundesland einbezieht. Während in Sachsen und Thüringen neun Prozent der Parzellen leer stehen, liegt die Quote in Sachsen-Anhalt deutlich höher – bei rund 20 Prozent. Der Grund: Das durchschnittliche Alter der Kleingärtner steigt kontinuierlich an, und viele Parzellen finden nach dem Tod der Nutzer keine Nachfolger mehr.
Der demografische Wandel trifft das traditionsreiche Kleingartenwesen besonders hart. Viele der heute aktiven Kleingärtner stammen noch aus der Nachkriegs- und DDR-Zeit, wo Schrebergärten als wichtige Existenzsicherung dienten. Heute fehlt an vielen Orten das Interesse jüngerer Generationen, eine Parzelle zu übernehmen. Die Folge: verwilderte Flächen, marode Hütten und zunehmender Leerstand in den Gartensiedlungen.
Städte und Stadtplaner stehen vor der Aufgabe, Konzepte für die Nachnutzung dieser Flächen zu entwickeln. Einige Kommunen prüfen den Rückbau alter Parzellen, um Platz für alternative Nutzungen wie städtische Grünflächen, Naturschutzprojekte oder neue Wohnformate zu schaffen. Gleichzeitig bemühen sich Kleingartenvereine um verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, um jüngere Menschen für das Gärtnern zu begeistern – etwa durch Angebote für Familien oder Gemeinschaftsgärten im urbanen Raum.
Die Zukunft des Kleingartenwesens in Sachsen-Anhalt hängt daher nicht nur von der Nachfrage ab, sondern auch von innovativen Lösungen, wie diese grünen Oasen in Zeiten des Wandels erhalten oder sinnvoll umgewandelt werden können. Ohne politische Unterstützung und neue Nutzungskonzepte droht jedoch ein stetiger Verfall der historischen Gartensiedlungen.
Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland