Leere Kleingärten: Thüringen ringt um Zukunft der Schrebergärten

In weiten Teilen Thüringens verfallen Kleingärten langsam, weil der Nachwuchs fehlt und die aktiven Mitglieder in den Vereinen immer älter werden. Laut aktuellen Beobachtungen des MDR stehen allein in Thüringen und Sachsen bereits neun Prozent der Kleingartenparzellen leer – in benachbarten Sachsen-Anhalt sogar jeder fünfte. Das Schrebergartenwesen, einst Symbol für Erholung und Eigenversorgung, droht in manchen Regionen zu verschwinden.

Besonders deutlich wird der Wandel in Städten wie Plauen, wo Reporterinnen wie Carolin Voigt exemplarisch die Entwicklung dokumentiert haben. Viele ältere Mitglieder sind verstorben, neue Pächter finden sich kaum. Die Folge: verwilderte Parzellen, marode Lauben und ein organisatorischer Kahlschlag in den Kleingartenvereinen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Kommunen, über sinnvolle Alternativen nachzudenken – sei es der Rückbau, die Umnutzung für soziale Projekte oder die Integration in städtische Grünkonzepte.

Experten fordern nun, das Thema aktiv zu gestalten statt es geschehen zu lassen. Es gehe nicht nur um Flächen, sondern um eine kulturelle Tradition, die Teil des gesellschaftlichen Gefüges sei. Gleichzeitig bietet der Leerstand Chancen: für städtische Gärten, Naturerfahrungsräume oder Integrationprojekte mit Migranten. Doch solche Lösungen brauchen Zeit, Planungssicherheit und vor allem Engagement – das ist in vielen ländlichen Gemeinden jedoch knapp.

Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland