Jüdisches Neujahrsfest in München: Knobloch mahnt zum Einsatz für Demokratie

Am Jakobsplatz in München hat die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern am 13. September 2026 das jüdische Neujahrsfest, Rosch ha-Schana, feierlich begangen. Traditionelle Schofar-Bläser eröffneten die Zeremonie, die unter dem Motto der Hoffnung und des Zusammenhalts stand. In ihrer Ansprache betonte die langjährige Gemeindepräsidentin Charlotte Knobloch die Bedeutung des friedlichen Miteinanders in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft.

Knobloch, die selbst Opfer antisemitischer Angriffe in der Vergangenheit war, zeigte sich besorgt über die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung. „Nichts ist verloren, solange wir hier stehen“, sagte sie mit fester Stimme. Sie rief die Anwesenden dazu auf, sich aktiv gegen Hass, Hetze und Extremismus einzusetzen und die Demokratie jeden Tag neu zu verteidigen. Ihre Worte fanden bei den Besuchern, darunter viele Familien und Gemeindemitglieder, großen Anklang.

Die Feier am Jakobsplatz, einem symbolträchtigen Ort jüdischen Lebens in München, unterstrich die lebendige Tradition der jüdischen Gemeinschaft in Bayern. Mit Gebeten, Musik und gemeinsamem Essen wurde nicht nur ein religiöses Fest gefeiert, sondern auch ein Zeichen der Resilienz gesetzt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren wie üblich erhöht, doch die Stimmung blieb friedlich und feierlich. Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Lied und dem traditionellen Wunsch: „Schana towa – ein gutes Jahr“.

Quellen: Süddeutsche Zeitung