Ein Stück Berliner Alltagskultur steht vor dem Aus: Die beliebte Ketwurst-Bude in Prenzlauer Berg, jahrzehntelang fester Bestandteil des Stadtbildes, wird abgebaut – nicht nur wegen des Imbisses, sondern wegen der Brücke, auf der er steht. Die Konstruktion über der Gleisanlage der S-Bahn am Schönhauser Allee Arcaden gilt als baufällig, sodass Sanierungsarbeiten nicht mehr hinauszögern lassen. Der Abriss ist für die kommenden Monate geplant.
Die Ketwurst, einst als „Hotdog der DDR“ bekannt, war in den 1990er Jahren weit verbreitet. Heute ist sie eine Rarität – gerade deshalb war die Bude in Pankow ein kulturelles Kleinod. Trotz des bevorstehenden Abbruchs gibt es Hoffnung: Die Betreiber verhandeln mit der Stadt über einen Ersatzstandort in der Nähe. „Die Wurst kehrt zurück – auch wenn die Brücke nicht mehr da ist“, heißt es aus dem Team.
Die Schließung löst bei vielen Anwohnern Wehmut aus. Für sie war der Imbiss nicht nur ein kulinarischer, sondern ein sozialer Treffpunkt. Die Stadt betont, dass die neue Brückenkonstruktion moderner und sicherer sein wird, aber auch weniger Platz für Gastronomie bieten könnte. Ob die Identität des Ortes erhalten bleibt, ist ungewiss – doch die Liebe zur Ketwurst scheint unsterblich.
Quellen: Der Tagesspiegel