Kindeswohl in Brandenburg: Meldungen steigen, Inobhutnahmen sinken

Im Bundesland Brandenburg häufen sich die Meldungen zur möglichen Gefährdung des Kindeswohls – gleichzeitig nimmt die Zahl der Kinder, die vorübergehend aus ihren Familien herausgenommen werden, ab. Diese Entwicklung belegt eine aktuelle Auswertung des Ministeriums für Soziales und Integration in Potsdam, das die Zahlen im ersten Halbjahr 2026 analysiert hat.

Die Zahl der Meldungen bei den Jugendämtern ist im Vergleich zum Vorjahr um rund zwölf Prozent gestiegen. Betroffen sind vor allem Stadt- und Landkreise wie Cottbus, Neuruppin und Potsdam. Die Gründe liegen laut Expert:innen unter anderem in einer gesteigerten Sensibilisierung durch Lehrkräfte, Ärzt:innen und Erzieher:innen sowie in verbesserten Meldemöglichkeiten durch digitale Kanäle.

Dennoch ist die Zahl der Inobhutnahmen rückläufig: Um fünf Prozent weniger Kinder wurden im Untersuchungszeitraum vorübergehend in stationäre Einrichtungen gebracht. Das Ministerium führt dies auf eine intensivierte Beratung und Hilfestellung für betroffene Familien noch vor einer Trennung zurück. „Wir setzen stärker auf frühzeitige Unterstützung statt auf Intervention“, so eine Sprecherin des Ministeriums.

Die Behörden weisen jedoch darauf hin, dass jede Meldung sorgfältig geprüft werde. Die Sicherheit des Kindes bleibe oberstes Gebot. In Fällen akuter Gefahr werde auch weiterhin umgehend gehandelt. Die Entwicklung zeige jedoch, dass strukturelle Verbesserungen in der Jugendhilfe greifen könnten.

Quellen: Der Tagesspiegel