Anna von Villiez hat ihre Arbeit als neue Antisemitismusbeauftragte der Freien und Hansestadt Hamburg offiziell aufgenommen und gleich zu Beginn klare Prioritäten gesetzt. In ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme betonte sie, dass sie nicht nur reagieren, sondern aktiv gestalten wolle. Schwerpunkte ihrer Amtszeit sollen die Bekämpfung von Antisemitismus an Hamburger Schulen, die Aufarbeitung von Hass auf digitalen Plattformen wie TikTok sowie eine stärkere Sichtbarkeit jüdischen Lebens in der Stadtgesellschaft sein.
Eine besonders kontroverse Position vertritt von Villiez in der Debatte über die Definition von Antisemitismus. Sie positioniert sich damit explizit gegen den bisherigen Kurs des Hamburger Senats. Während die Stadtregierung zuletzt betont hatte, die internationale Definition der IHRA (International Holocaust Remembrance Alliance) nur als Orientierungshilfe zu nutzen, fordert von Villiez deren vollständige und unveränderte Übernahme. Sie argumentiert, dass nur so eine eindeutige Grundlage für Prävention, Bildung und strafrechtliches Handeln geschaffen werde.
Von Villiez kündigte an, in den kommenden Monaten verstärkt mit Schulen, Jugendorganisationen und digitalen Plattformen zusammenzuarbeiten. Geplant sind unter anderem Fortbildungen für Lehrkräfte, Präventionsprogramme mit jüdischen Gemeinden und eine Untersuchung der Dynamik von Antisemitismus in sozialen Netzwerken. Ihre Initiative stieß bereits auf breite Unterstützung aus jüdischen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen.
Als langjährige Aktivistin und Expertin für jüdische Geschichte und Antisemitismus bringt von Villiez eine klare Haltung in das Amt ein. Mit ihrer vorausschauenden Herangehensweise will sie nicht nur Einzelfälle bearbeiten, sondern strukturelle Veränderungen in der Hamburger Gesellschaft anstoßen.
Quellen: Welt Online