Vor einem Jahrzehnt sorgte eine Forschungsidee aus Leipzig für Aufsehen: transparente Solarzellen, die lediglich UV-Licht zur Energiegewinnung nutzen und dennoch lichtdurchlässig bleiben. Nun haben die Wissenschaftler einen entscheidenden Schritt geschafft – die Skalierung der Technologie in einem verfahrenstechnisch relevanten Prozess, der eine industrielle Fertigung ermöglicht.
Die neu entwickelten semitransparenten Photovoltaik-Module (PV) können künftig als Fenster in Bürogebäuden, Bahnhöfen oder Wohnhäusern verbaut werden, ohne das Tageslicht zu blockieren. Gleichzeitig speisen sie sauberen Strom ins Netz ein. Besonders vielversprechend ist die Effizienzsteigerung im Vergleich zu früheren Prototypen, die durch optimierte Materialien und eine neuartige Beschichtungstechnik erreicht wurde.
Die Technologie könnte einen wichtigen Beitrag zur städtischen Energiewende leisten. „Städte haben begrenzte Flächen für klassische Solaranlagen. Aber riesige Fassadenflächen, die wir nun nutzen können“, erklärte ein Projektleiter, der an der Entwicklung beteiligt war. Die nächsten Schritte sehen Pilotprojekte mit kommunalen Partnern und Architekturbüros vor, um die Integration in Neubauten zu testen. Auch die Wirtschaft zeigt Interesse: Erste Unternehmen aus der Baubranche und der Glasindustrie haben Gespräche über Lizenzierungen aufgenommen.
Quellen: MDR – Nachrichten