In Magdeburg haben Gewerbetreibende mit Migrationsgeschichte am Mittwoch eine symbolische Protestaktion gestartet: Von 10 bis 15 Uhr blieben ihre Geschäfte geschlossen. Die Aktion richtete sich gegen rassistische Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung und sollte ein sichtbares Zeichen für Solidarität und Vielfalt setzen. Zahlreiche Ladeninhaber aus verschiedenen Stadtteilen beteiligten sich, darunter Supermärkte, Friseursalons und kleine Dienstleistungsbetriebe.
Die Organisatoren betonten, dass viele migrantische Unternehmer trotz ihres wirtschaftlichen Engagements oft als Außenseiter behandelt würden. „Wir leisten unseren Beitrag zur Stadt, zahlen Steuern und schaffen Arbeitsplätze – doch allzu oft werden wir aufgrund unserer Herkunft abgewertet“, sagte ein Teilnehmer, der anonym bleiben wollte. Die Schließung sei kein Streik, sondern eine friedliche Mahnung an die Gesellschaft, Vielfalt als Bereicherung anzuerkennen.
Die Resonanz in der Bevölkerung war gemischt: Während viele Magdeburger die Aktion unterstützten und mit Plakaten vor den geschlossenen Läden Solidarität zeigten, gab es auch kritische Stimmen, die die Schließung als unpassend empfanden. Die Stadtverwaltung begrüßte den friedlichen Charakter der Aktion und kündigte an, den Dialog mit der Migrantenwirtschaft zu intensivieren. Die Protestaktion fällt in eine Zeit zunehmender gesellschaftlicher Spannungen im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Quellen: MDR – Nachrichten, ZDF Heute – Nachrichten