Das Bundesland Niedersachsen strebt eine deutliche Erhöhung seines Einflusses auf die Norddeutsche Landesbank (Nord-LB) an und will künftig die Mehrheit an der Landesbank halten. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ist die Sanierungsphase der angeschlagenen Bank offiziell abgeschlossen, was den Weg für eine Neuausrichtung unter stärkerer niedersächsischer Kontrolle ebnet.
Die Nord-LB, die seit Jahren unter hohen Risikopositionen und Verlusten litt, wurde in der Vergangenheit von mehreren Bundesländern getragen, darunter neben Niedersachsen auch Sachsen-Anhalt. Nun will Niedersachsen seine Beteiligung ausbauen und damit die strategische Steuerung übernehmen. Dieser Schritt folgt auf eine Reihe von staatlichen Interventionen in der regionalen Wirtschaft – zuletzt bei Volkswagen und der Meyer-Werft in Papenburg.
Experten warnen jedoch vor möglichen Risiken. „Die Frage ist, ob Niedersachsen mit diesem Schritt nicht über seine finanziellen Verhältnisse lebt“, sagt ein Wirtschaftswissenschaftler gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Die Landesregierung betont hingegen, dass die Bank nun stabilisiert sei und eine neue, zukunftsfähige Ausrichtung benötige, an der Niedersachsen maßgeblich beteiligt sein müsse.
Die Übernahme der Mehrheit könnte weitreichende Konsequenzen für die Finanzarchitektur im Norden haben. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob das Land mit seiner wachsenden Rolle als Finanzakteur nicht zu viel Verantwortung übernimmt – nach dem Motto: Wenn es Probleme gibt, wird der Staat gerufen, egal ob bei Schiffbau, Automobilindustrie oder nun bei der Landesbank.
Quellen: Süddeutsche Zeitung