Anhaltende Trockenheit lässt auch in Sachsen die Wasserstände von Flüssen stark sinken. Besonders betroffen ist die Elbe, wo bei Pirna ein historisches Zeugnis aus vergangenen Krisen erneut zutage getreten ist: der sogenannte Hungerstein. Das markante Gestein, das normalerweise unter Wasser liegt, ist nun deutlich sichtbar und erinnert an frühere Dürreperioden, die zu Ernteausfällen und Hungersnöten führten.
Hungersteine waren im 16. und 17. Jahrhundert in vielen Regionen Mittel- und Osteuropas verbreitet. Ihre Inschriften warnten spätere Generationen vor den Folgen extremer Wetterereignisse. Der Stein bei Pirna trägt die Aufschrift: „Wenn du mich siehst, dann weine“ – ein düsterer Hinweis auf die damalige Lebensnot.
Der aktuelle Niedrigwasserstand zeigt erneut die Auswirkungen des Klimawandels auf Sachsens Flüsse. Neben der Elbe sind auch Nebenflüsse wie die Wesenitz und die Müglitz betroffen. Umweltexperten warnen vor langfristigen Schäden für die Ökosysteme, während Schifffahrtsunternehmen über Einschränkungen klagen. Gleichzeitig nutzen Spaziergänger und Tourist:innen die seltene Gelegenheit, historische Funde aus der Flusssohle zu betrachten – darunter auch alte Fundamente und verloren geglaubte Relikte.
Quellen: MDR – Nachrichten