Notschlafstelle in Mainz bietet Jugendlichen Schutz vor Straße und Gewalt

In Mainz leistet eine Notschlafstelle tagtäglich lebenswichtige Arbeit für Jugendliche, die aus missbräuchlichen oder gewaltgeprägten Umfeldern kommen. Viele der jungen Menschen haben Drogenprobleme, wurden ausgebeutet oder sind auf der Flucht vor Missbrauchssituationen. Die Einrichtung nimmt sie auf, wenn keine andere Betreuung mehr greift – und bietet ihnen einen geschützten Raum, um erst einmal zur Ruhe zu kommen.

Die Betreuer*innen beschreiben die Jugendlichen als oft traumatisiert, aber gleichzeitig kraftvoll und kämpferisch. Einige bringen schwere Vorstrafen mit, anderen droht aktuell eine Inhaftierung. Dennoch wird ihnen in der Notschlafstelle ein hohes Maß an Freiheit zugestanden – mit dem Ziel, Vertrauen aufzubauen und Perspektiven zu eröffnen. Die Einrichtung arbeitet eng mit Sozialämtern, Jugendhilfe und Polizei zusammen, bleibt aber klar auf der Seite der Betroffenen.

„Du schreist eigentlich nach Hilfe, und dann wendest du dich an die Straße“, beschreibt ein Betreuer die typische Situation der Jugendlichen, die schließlich in der Notschlafstelle landen. Die Zahlen der obdachlosen oder gefährdeten Jugendlichen in Rheinland-Pfalz steigen, und die Kapazitäten sind begrenzt. Umso wichtiger sei es, strukturelle Unterstützungsangebote auszubauen, betonen Expert*innen. Die Notschlafstelle in Mainz steht exemplarisch für eine Haltung: Keiner wird abgewiesen – auch wenn der Weg zurück ins Leben lang und schwierig bleibt.

Quellen: FAZ Online (DE, 17.07.2026 07:30), FAZ Online (DE, 17.07.2026 05:18)