PETA erstattet Anzeige nach Polizeieinsatz mit Pferden bei Pokal-Derby in Mannheim

Bei einem emotional aufgeladenen DFB-Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern kam es am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen. Nach einem Platzsturm von Fans setzte die Polizei unter anderem eine Reiterstaffel ein, um den Rasen zu räumen. Dieser Einsatz hat nun rechtliche Konsequenzen: Die Tierrechtsorganisation PETA hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet.

PETA argumentiert, dass Pferde in einer solch explosiven und lauten Umgebung einem erheblichen Stress ausgesetzt seien. „Pferde sind Fluchttiere. Sie gehören nicht auf einen von wütenden Fans überschwemmten Rasen“, erklärte eine Sprecherin der Organisation. Der Einsatz könne langfristige psychische Schäden bei den Tieren verursachen. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt.

Die Polizei verteidigte den Einsatz: Man habe auf eine unkontrollierbare Lage reagieren müssen, nachdem über 100 Fans den Platz gestürmt hatten. Die Reiterstaffel sei ein bewährtes Mittel zur Kontrolle großer Menschenmengen. Dennoch fordern Tierschützer, künftig auf solche Einsätze in Stadien zu verzichten und alternative Methoden zu entwickeln.

Die Debatte zeigt die Spannung zwischen öffentlicher Sicherheit und Tierschutz. Während die Polizei auf ihre Handlungsspielräume verweist, pocht PETA auf eine stärkere Berücksichtigung des Wohls der eingesetzten Tiere. Der Fall könnte nun zu einer Neubewertung der Einsatzrichtlinien führen – nicht nur in Baden-Württemberg, sondern bundesweit.

Quellen: FAZ Online, Der Tagesspiegel