Heilquelle in Bad Abbach versiegt: Trockenheit trifft Wallfahrtsstätte

Die anhaltende Trockenheit in Bayern hat in den vergangenen Wochen tiefe Spuren hinterlassen – nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Region Niederbayern, wo nun ein kulturelles und spirituelles Symbol der Dürre zum Opfer gefallen ist. Die berühmte Heilquelle in Bad Abbach, ein traditioneller Wallfahrtsort, ist erstmals seit Jahrzehnten vollständig versiegt. Die Quelle, die seit dem Mittelalter als heilkräftig gilt und Pilger aus ganz Bayern und darüber hinaus anzieht, sprudelt nicht mehr.

Die Gemeinde Bad Abbach am Rande der Donau kämpft seit Wochen mit sinkenden Grundwasserspiegeln. Experten führen das Versiegen der Quelle auf die anhaltende Niederschlagsarmut im Frühjahr und Sommer 2026 zurück. „Die Quelle ist nicht nur ein Naturphänomen, sondern Teil unserer Identität“, sagt Bürgermeister Thomas Reiser. „Dass sie jetzt versiegt, ist ein dramatisches Zeichen für den Klimawandel.“

Auch die lokale Wirtschaft spürt die Auswirkungen. Hotels, Gaststätten und Andenkenverkäufer verzeichnen bereits rückläufige Besucherzahlen. Die Wallfahrtssaison, die traditionell im Sommer ihren Höhepunkt hat, droht in diesem Jahr deutlich schwächer auszufallen. Die Kirchengemeinde überlegt, alternative Formate für Pilger zu organisieren, bis die Quelle möglicherweise wieder ansprudelt – vorausgesetzt, es gibt ausreichend Niederschlag.

Wissenschaftler warnen, dass solche Ereignisse künftig häufiger werden könnten. „Wenn sich die Niederschlagsmuster langfristig verschieben, sind auch historische Quellen nicht mehr sicher“, sagt Hydrologe Dr. Markus Lang von der TU München. „Bad Abbach ist kein Einzelfall – es ist ein Alarmsignal.“

Quellen: Süddeutsche Zeitung