Der ehemalige thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat sich erneut für eine Zusammenarbeit zwischen Linkspartei und CDU ausgesprochen – nicht nur in Thüringen, sondern als Vorbild für andere ostdeutsche Bundesländer. In Reaktion auf die anstehende politische Neuaufstellung in Sachsen-Anhalt betonte Ramelow, dass eine Koalition beider Parteien die einzige realistische Option sei, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern.
In Thüringen regieren Linke und CDU seit 2020 in einer sogenannten Kenia-Koalition – benannt nach den Parteifarben Schwarz (CDU) und Rot (Linke), ergänzt durch Grün, das in Thüringen nicht beteiligt ist. Die Zusammenarbeit gilt als historisch und politisch ungewöhnlich, hat sich aber als stabil erwiesen. Ramelow verwies darauf, dass die Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD eine breite gesellschaftliche Unterstützung habe und dass dementsprechend auch politische Kompromisse eingegangen werden müssten.
Gleichzeitig kritisierte Ramelow die Christdemokraten in Sachsen-Anhalt für ihre Blockadehaltung. Er appellierte an deren Verantwortungsbewusstsein: „Wenn man die AfD nicht regieren lassen will, muss man auch bereit sein, mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten – auch wenn sie nicht ideologisch perfekt passen.“ Die Debatte über politische Koalitionen in Ostdeutschland bleibt damit hochaktuell, und Thüringen dient als zentrales Referenzmodell.
Quellen: ARD Tagesschau – Inland, Spiegel Online – Schlagzeilen