Sabotage an Stromnetz: Polizei findet weiteres Bekennerschreiben nahe Kraftwerk Weisweiler in NRW

Die Ermittlungen im Fall der wiederholten Sabotageversuche an deutschen Stromleitungen konzentrieren sich weiterhin auf Nordrhein-Westfalen. Nahe dem Kraftwerk Weisweiler im Kreis Düren entdeckten Beamte der Bundespolizei und des Landeskriminalamts NRW am frühen Morgen neue Beweise: An einem Mast der Hochspannungsleitung wurden nicht nur technische Vorrichtungen gefunden, die auf einen möglichen Abschuss von Leitungen hindeuten, sondern auch ein weiteres Bekennerschreiben.

Der mutmaßliche Täter, identifiziert als Daniel V., bleibt weiterhin flüchtig. Die Fahndung läuft auf Hochtouren, doch bislang fehlt jede Spur zu seiner aktuellen Aufenthaltsort. Das Schreiben, dessen Inhalt vorerst nicht veröffentlicht wurde, soll laut Ermittlern inhaltlich an die vorherigen Bekennertexte anschließen, in denen kritische Äußerungen zur Energiepolitik und zur Netzstabilität formuliert wurden.

Die Serie von Sabotageakten hatte bereits vor einer Woche für Schlagzeilen gesorgt, als erste Sprengvorrichtungen an Leitungen in der Region entdeckt wurden. Experten befürchten, dass weitere Anschläge bevorstehen könnten, insbesondere an kritischen Infrastrukturen in industriellen Ballungsräumen. Das Kraftwerk Weisweiler, ein ehemaliges Braunkohlekraftwerk, liegt in einem sensiblen Energietransportkorridor und ist Teil des überregionalen Stromnetzes.

Die NRW-Landesregierung hat die Sicherheitsbehörden angewiesen, die Überwachung kritischer Infrastrukturen zu intensivieren. In einer ersten Stellungnahme betonte Innenminister Herbert Reul, dass die Sicherheit der Energieversorgung „oberste Priorität“ habe. Gleichzeitig warnte er vor Spekulationen über mögliche Hintergründe oder politische Motive des Täters, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien.

Quellen: ntv – Nachrichten, Welt Online, Der Tagesspiegel