Sabotage an Umspannwerk bei Jänschwalde: Raketenangriff auf kritische Infrastruktur

Ein schwerer Angriff auf kritische Infrastruktur hat Brandenburg erschüttert: Am Umspannwerk Preilack bei Jänschwalde explodierten am Montagnachmittag zwei selbstgebaute Sprengvorrichtungen, die mit raketenartigen Flugkörpern abgefeuert wurden. Innenminister Jan Redmann (SPD) bestätigte, dass es sich um einen „Sabotageakt“ handele, den die Landesregierung „sehr, sehr ernst“ nehme. Die Tat sei „geeignet gewesen, größere Schäden an der Energieversorgung zu verursachen“, warnte Redmann.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Laut Polizei wurden mehrere selbstkonstruierte Flugkörper eingesetzt, von denen zwei ihr Ziel trafen und Kurzschlüsse auslösten. Im benachbarten Kraftwerk Jänschwalde schaltete sich daraufhin vorübergehend ein Block ab – die Stromversorgung blieb jedoch stabil. Experten vermuten, dass die Wetterbedingungen – hohe Luftfeuchtigkeit – dazu beigetragen haben, dass die Schäden nicht gravierender ausfielen.

Stefan Erdweg, Experte für hybride Gefahrenabwehr, warnte vor der Verletzlichkeit der Infrastruktur: „Die kritischen Netze sind in bestimmten Teilen sehr anfällig.“ Er fordert umgehend einen besseren Schutz der Anlagen – auch wenn Datenschutzbedenken bestehen. Die Ermittler prüfen mögliche Hintergründe, darunter politisch motivierte Täterschaft. Die Polizei sucht nach Spuren und hat ein großflächiges Überwachungsnetz aktiviert.

Quellen: Welt Online, T-Online Nachrichten, ntv – Nachrichten, ZEIT Online – Deutschland