Sachsens Kassenärzte warnen vor Praxis-Schließungen durch Honorarkürzungen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen warnt vor schwerwiegenden Folgen des geplanten GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes für die ambulante medizinische Versorgung im Freistaat. Besonders die geplante Honorarbremse führe zu einem eklatanten Missverhältnis zwischen steigendem Patient:innen-Aufkommen und sinkenden Einnahmen für niedergelassene Ärzt:innen.

„Wir stehen vor einem Praxiszerstörungsprogramm“, zitiert der MDR aus KV-Kreisen. Viele Haus- und Fachärzte befürchten, bei gleichbleibendem oder steigendem Arbeitsaufwand weniger Entlohnung zu erhalten. Besonders in ländlichen Regionen, wo die medizinische Versorgung bereits angespannt ist, könnte dies zu einer weiteren Schließung von Praxen führen.

Die KV betont, dass die Belastung für Ärzt:innen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sei – durch Personalmangel, Bürokratie und den demografischen Wandel. Die finanziellen Kürzungen im Rahmen der Bundesgesundheitsreform würden diese Probleme noch verschärfen.

Als Reaktion fordern die sächsischen Kassenärzte eine bundesweite Neubewertung der Honorarstruktur sowie zusätzliche Anreize, um junge Mediziner:innen in strukturschwachen Gebieten zu halten. Die Landesregierung wird aufgefordert, sich stärker für eine angemessene Finanzierung der ambulanten Versorgung einzusetzen.

Quellen: MDR – Nachrichten (DE, 21.07.2026 03:00), MDR – Deutschland (DE, 21.07.2026 03:00)