Nach dem Eklat um die Absage eines geplanten Schwimmnachmittags für Schwarze Kinder und Jugendliche im Berliner Volksbad hat eine breite Solidaritätsbewegung eingesetzt. Suraj Mailitafi initiierte auf der Plattform „Go Fund Me“ eine Spendenkampagne, die innerhalb von nur zwei Tagen über 70.000 Euro einbrachte. Das Geld soll vollständig an den Verein Each One Teach One (Eoto) fließen, der sich für die Rechte und Teilhabe von Schwarzen und People of Color in Deutschland einsetzt.
Der ursprüngliche Vorfall hatte bundesweite Aufmerksamkeit erregt, nachdem die Veranstaltung – organisiert von Eoto – wegen angeblicher „Sicherheitsbedenken“ abgesagt wurde. Kritikerinnen und Kritiker sprachen von diskriminierenden Strukturen und forderten eine klare Stellungnahme der zuständigen Behörden. Die rasch anwachsende Spendensumme wird als klares Zeichen gegen Rassismus und für eine inklusive Stadtgesellschaft gewertet.
Parallel dazu wurde der Vorfall auch in kulturellen Debatten thematisiert. In einer Kolumne der FAZ kommentierten Meron Mendel und Saba Nur Cheema den Pool als „politische Falle“ und warnten davor, dass Identitätsbasierte Zugangsbeschränkungen in öffentlichen Räumen Diskriminierung bekämpfen sollen, dabei aber die Grundidee einer offenen Gesellschaft gefährden könnten. Dennoch betonten zahlreiche Unterstützer, dass Maßnahmen wie die geplante Veranstaltung notwendig seien, um strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und Räume der Selbstbestimmung zu schaffen.
Quellen: Der Tagesspiegel, FAZ Online