Der SPIEGEL sorgt kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für mediale Wogen: Mit dem Titelbild der aktuellen Ausgabe, das AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund unter der Überschrift „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ zeigt, will das Nachrichtenmagazin auf die wachsende politische Bedrohungslage durch die extrem rechte Partei aufmerksam machen. Die Reaktionen reißen auseinander — von Zustimmung bis zur scharfen Kritik an der Wortwahl.
SPIEGEL-Chefredakteur Christoph Keese verteidigte die Titelwahl in einem Interview mit dem Tagesspiegel: „Wir wollen keine Hetze betreiben, sondern eine ernste, fundierte Debatte über die Rolle der AfD im demokratischen System anstoßen. Die Analyse von Hassrede, Gewalttaten und struktureller Radikalisierung in ihren Reihen zeigt eine alarmierende Entwicklung.“ Zugleich betonte er, dass der Titel provozieren soll, um über die Gefahren von Rechtspopulismus zu informieren.
Die AfD-Landtagsfraktion in Magdeburg sprach von „journalistischem Terror“ und „Diffamierungskampagne“. Auch Teile der Union äußerten Unbehagen über die Wortwahl, während sich Vertreter von Grünen und SPD hinter die Berichterstattung stellten. Sachsen-Anhalt befindet sich im heißen Wahlkampf – und der SPIEGEL-Titel hat die Debatte über die politische Mitte und ihre Grenzen neu entfacht.
Quellen: Der Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung