Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat gegen die ehemaligen Geschäftsführer der traditionsreichen Modemarke Closed offiziell Ermittlungen eingeleitet. Der Vorwurf: Insolvenzverschleppung. Das Unternehmen, das seit Jahrzehnten in Hamburg ansässig ist und international für seine Denim-Kollektionen bekannt war, hatte Anfang Juli unerwartet Insolvenz angemeldet, nachdem mehrere Großkunden ausgeblieben waren und die finanzielle Lage sich dramatisch verschlechtert hatte.
Laut Ermittlungsakten soll das Management bereits Monate vor der Insolvenz Kenntnis von der drohenden Zahlungsunfähigkeit gehabt haben, aber keine rechtzeitigen Maßnahmen ergriffen. Dies könnte strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, da Geschäftsführer verpflichtet sind, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag zu stellen.
Die Schließung der Firma hat nicht nur wirtschaftliche Wellen geschlagen, sondern auch bei Mitarbeitern und Kunden tiefe Betroffenheit ausgelöst. Viele fragen sich, wie es zu dem plötzlichen Ende einer Marke kommen konnte, die lange als Vorzeigeunternehmen der Hamburger Modebranche galt. Die Ermittlungen könnten nun Klarheit über die unternehmerischen Entscheidungen in den Monaten vor dem Zusammenbruch bringen.
Quellen: Welt Online