Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kabarettist Uwe Steimle nach AfD-Auftritt in Dessau-Roßlau

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Kabarettisten Uwe Steimle wegen seines Auftritts bei einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau. Wie mehrere Medien berichten, steht Steimle unter anderem im Verdacht, den öffentlichen Frieden durch Androhung von Straftaten gestört zu haben. Bei dem Auftritt sang er die Hymne der ehemaligen DDR, die „Auferstanden aus Ruinen“, und äußerte sich in bewusst vagen Formulierungen über Bundeskanzler Friedrich Merz und Altkanzlerin Angela Merkel.

Kritiker werten diese Äußerungen als geschmacklos und gefährlich. Die POLITICO-Reporterin Pauline von Pezold sprach von einer „Verharmlosung“ und einem „Aufruf zur Gewalt“, bei dem „man irgendwo die Grenze ziehen muss“. Steimle selbst sieht sich dagegen nicht im Unrecht. Laut seinem Anwalt handele es sich um satirische Kunst, die im Rahmen der Meinungsfreiheit stehe. Dennoch prüft die Justiz nun, ob strafrechtlich relevante Grenzen überschritten wurden.

Die Veranstaltung fand in einer politisch aufgeladenen Phase statt – nur wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026. Der Auftritt verstärkt die Debatte über die Grenzen der Satire und die Verantwortung von Künstlern bei politischen Auftritten. Die AfD hingegen distanzierte sich nicht von Steimles Auftritt, was erneut Fragen zur politischen Einordnung der Partei aufwirft.

Quellen: Der Tagesspiegel, MDR – Nachrichten, Welt Online