Im brandenburgischen Spremberg ist ein schwerer Anschlag auf die Erinnerungskultur verübt worden: Unbekannte haben mehrere Stolpersteine gestohlen, die an jüdische Opfer der NS-Diktatur erinnern sollten. Die Gedenksteine, die in vielen deutschen Städten vor den letzten frei gewählten Wohnstätten von NS-Opfern verlegt werden, wurden an verschiedenen Standorten in der Stadt entfernt. Die Polizei bestätigte den Vorfall und gab bekannt, dass der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat.
Stolpersteine gelten als eines der größten dezentralen Mahnmale Europas. In Spremberg waren sie Teil eines langjährigen kulturellen Gedenkprojekts, das von Bürgerinitiativen und Schulen getragen wird. Der Diebstahl wirft nun Fragen nach möglichen rechtsextremen Hintergründen auf. Die Landesregierung in Potsdam verurteilte die Tat als „niederträchtigen Akt des Vergessens“ und kündigte an, die Wiederherstellung der Steine finanziell zu unterstützen.
Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Gleichzeitig planen Initiativen eine Mahnwache, um der Opfer zu gedenken und gegen das Vergessen zu protestieren. Die Tat steht symbolisch für die anhaltende Herausforderung, historische Erinnerung in der öffentlichen Raumgestaltung zu bewahren – gerade auch in kleineren Städten Brandenburgs.
Quellen: Der Tagesspiegel