Das Städel Museum in Frankfurt widmet sich ab dem 16. September 2026 einer der faszinierendsten Figuren der abendländischen Ikonographie: Maria Magdalena. Die Ausstellung „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love“ versammelt rund 100 Werke aus mehr als tausend Jahren und zeichnet die Wandlung der biblischen Gestalt von der vermeintlichen Sünderin zur spirituellen Vorbildfigur nach. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Druckgrafiken und zeitgenössische Arbeiten, darunter Leihgaben aus internationalen Sammlungen.
„In der Kunstgeschichte begegnet man Maria Magdalena auf Schritt und Tritt“, erklärten die Kuratorinnen der Ausstellung. Ihre Darstellungen spiegeln tiefgreifende gesellschaftliche und religiöse Diskurse wider – vom mittelalterlichen Bußideal über barocke Mystik bis hin zur popkulturellen Rezeption im 21. Jahrhundert. Besonders eindrücklich ist die Entwicklung ihrer Symbolik: von der Salbflasche über die wallenden Haare bis hin zu feministischen Neuinterpretationen.
Die Ausstellung greift auch kontroverse Aspekte auf, etwa die lange Zeit verbreitete falsche Identifikation mit der sündigen Frau aus dem Lukasevangelium. Gleichzeitig zeigt sie, wie Künstlerinnen wie Artemisia Gentileschi oder Marlene Dumas Maria Magdalena emanzipiert und selbstbestimmt darstellten. Das Städel setzt mit dieser Schau einen weiteren Akzent in der Debatte um Geschlechterbilder in der Kunst.
Quellen: FAZ Online