Streit um AfD-Kranz beim Gedenken an Hitler-Attentat: Handgemenge im Bendlerblock

Beim jährlichen Gedenken an das misslungene Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli hat sich am Montag im Berliner Bendlerblock ein emotionaler Konflikt ereignet. Ein Kranz der AfD sorgte für Unruhe unter den Teilnehmenden. Verwandte von Widerstandskämpfern, darunter ein Enkel von Dietrich Bonhoeffer, versuchte, den Kranz zu entfernen – mit der Begründung, dass die Partei den Geist des Widerstands missachte. Es kam zu einem kurzzeitigen Handgemenge, bevor Ordnungskräfte eingriffen.

Der Bendlerblock, heute Sitz des Bundesministeriums der Verteidigung, ist zentraler Gedenkort für den Widerstand gegen das NS-Regime. Traditionell legen dort politische Gruppen Kränze nieder. Die AfD hatte ihren Kranz trotz wiederholter Proteste in der Vergangenheit erneut niedergelegt. Kritiker werfen der Partei vor, die historische Dimension des 20. Juli instrumentalisiere, um eigene politische Ziele zu legitimieren.

Die Bundeswehr bestätigte, dass Sicherheitsmaßnahmen erhöht wurden, um weitere Vorfälle zu verhindern. Die Polizei hat keine Anzeigen wegen Körperverletzung entgegen genommen, da es sich um einen kurzen, nicht gewalttätigen Tumult gehandelt habe. Dennoch bleibt die Debatte über den Umgang mit der AfD bei offiziellen Gedenkveranstaltungen hochgradig sensibel – besonders in Berlin, wo Geschichte und Politik besonders eng miteinander verflochten sind.

Quellen: Der Tagesspiegel