Ein großflächiger Stromausfall in Berlin hat erneut die Anfälligkeit kritischer Infrastrukturen offengelegt – besonders beim Mobilfunk. Ohne Netz waren weder Notrufe noch Kommunikation über Smartphones möglich. Als direkte Konsequenz arbeitet die Berliner Senatsverwaltung nun an einer Strategie, um das Mobilfunknetz bei zukünftigen Katastrophen stabiler zu machen.
Zentraler Bestandteil des neuen Sicherheitskonzepts sind sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme. Diese speziell ausgestatteten Sendeanlagen sollen auch bei längerem Stromausfall über Notstromaggregate oder alternative Energiequellen weiterbetrieben werden können. Ziel ist es, mindestens regionale Funktionalität für Behörden und Bürger aufrechtzuerhalten – insbesondere für den Rettungsdienst und Polizei.
Die Leuchttürme sollen strategisch in allen zwölf Bezirken platziert werden, mit Priorität für Krankenhäuser, Feuerwachen und Verkehrsknotenpunkte. Expert:innen betonen jedoch, dass eine flächendeckende Abdeckung nicht realistisch sei – vielmehr gehe es um gezielte Resilienzinseln. Parallel wird mit den Mobilfunkanbietern über verpflichtende Backup-Lösungen verhandelt.
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Kritik an der Infrastrukturresilienz Berlins zunimmt. Nach Einschätzung von Sicherheitsexpert:innen ist die Stadt trotz ihrer Größe und Bedeutung schlechter vorbereitet als andere Metropolen in Europa. Mit dem neuen Plan soll nun ein Paradigmenwechsel eingeleitet werden: von reaktiver Schadensbegrenzung hin zu proaktiver Krisenvorsorge.
Quellen: Der Tagesspiegel