Neue Gewerbeanmeldungen stagnieren: Berliner Wirtschaft zeigt Halbzeit-Trend

Die Dynamik der Berliner Gründerszene verlangsamt sich: Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wurden im ersten Halbjahr 2026 etwa 22.300 neue Gewerbe in der Hauptstadt angemeldet. Das entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr und deutet auf eine gewisse Marktsättigung hin – besonders in Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel.

Der Einzelhandel bleibt Spitzenreiter sowohl bei Neuanmeldungen als auch bei Abmeldungen. Expert:innen führen dies auf hohe Mieten, Lieferengpässe und steigenden Online-Wettbewerb zurück. Gleichzeitig gewinnen digitale Dienstleistungen, IT-Beratung und grüne Technologien an Bedeutung. Besonders Start-ups im Bereich Klimatechnologie melden sich verstärkt an, was auf einen strukturellen Wandel in der Berliner Wirtschaft hindeutet.

Trotz der Stagnation bleibt Berlin einer der attraktivsten Gründungsstandorte Deutschlands. Die Vielfalt der Branchen, die starke Akademielandschaft und zahlreiche Förderprogramme wirken weiter als Magnet. Allerdings warnen Wirtschaftsverbände vor zunehmenden Hürden: Bürokratie, Wohnraummangel und fehlende Fachkräfte belasten das Geschäftsklima.

Das Amt für Statistik betont, dass die endgültigen Zahlen erst im Herbst vorliegen werden. Bis dahin gilt die aktuelle Bilanz als Indikator dafür, dass Berlin zwar weiter gründungsfreundlich ist, aber an Schwung verliert. Politik und Wirtschaft fordern daher eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und mehr Unterstützung für junge Unternehmen in der kritischen Startphase.

Quellen: Der Tagesspiegel