Der umstrittene Bahnhofsumbau Stuttgart 21 steht erneut im Zentrum öffentlicher Diskussionen – diesmal wegen des Verzichts auf eine Klimaanlage im neuen unterirdischen Hauptbahnhof. Trotz einer Gesamtkostenbilanz von über 14 Milliarden Euro plant die Deutsche Bahn keine aktive Kühlung der Fahrgastbereiche. Stattdessen verweist das Unternehmen auf die geothermische Stabilität im Tieflauf, wo die Temperatur das ganze Jahr über bei etwa 15 bis 18 Grad Celsius liege.
Ein kürzlich veröffentlichtes Erklärvideo auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Deutschen Bahn soll diese Entscheidung verständlich machen. Darin werden technische Details zur Wärmeabfuhr und Luftzirkulation präsentiert. Doch anstatt Zustimmung zu ernten, hat das Video in sozialen Medien für Spott gesorgt. Nutzerinnen und Nutzer fragen ironisch, ob im Sommer auch Freibäder auf Wasserspeier verzichten sollten, weil das Wasser „natürlich kühl“ sei.
Die Bahn betont jedoch, dass zusätzliche Kühlsysteme nicht nur unnötig, sondern auch energieintensiv wären. Im Tunnelbereich werde die Luft durch mechanische Lüftung stets frisch gehalten. Kritiker aus Politik und Bürgerinitiativen sehen darin jedoch ein weiteres Symbol für mangelnde Nutzerfreundlichkeit und Planungsferne zum Alltagsbedarf. Besonders im Hinblick auf steigende Temperaturen durch den Klimawandel fordern einige Experten zumindest mobile Notkühlungen für Hitzewellen.
Quellen: ZDF Heute – Nachrichten, Welt Online