Suchthilfe bei 1. FC Union Berlin: Stadionerlebnis ohne Alkoholrisiko

Beim 1. FC Union Berlin wird Fan-Sein auch für Menschen mit Suchterkrankung sicher und rückfallfrei möglich. Ein informelles Netzwerk von betroffenen Anhängern hat ein Unterstützungsmodell entwickelt, das mittlerweile Vorbildcharakter trägt. Statt Freibier gibt es Freigetränke – alkoholfrei – und ein vertrauensvoller Austausch unter Gleichgesinnten sorgt dafür, dass niemand allein im Stadion steht.

Zentral ist dabei ein WhatsApp-Chat, in dem Mitglieder sich gegenseitig begleiten – vor, während und nach Spielen. Ein eigener Notfallknopf ermöglicht es, im kritischen Moment sofort Hilfe zu erhalten. „Es geht nicht darum, den Alkohol zu verbieten“, betont eine Betroffene, „sondern darum, Verantwortung füreinander zu übernehmen.“ Das Vereinsumfeld akzeptiert diese Initiative und schafft so eine Kultur des Respekts.

Union-Berlin-Fans sprechen von „ungeheurem Vertrauen“, das in dieser Gruppe herrsche. Die Maßnahmen zeigen Wirkung: Rückfälle im Stadion sind selten, weil präventive Strukturen greifen. Das Modell könnte auch anderen Clubs als Blaupause dienen, um suchtkranke Zuschauer nicht auszugrenzen, sondern aktiv einzubinden.

Quellen: Der Tagesspiegel