Die Taxipreise in deutschen Großstädten liegen deutlich über dem europäischen Durchschnitt – besonders in bayerischen Ballungsräumen wie München. Eine aktuelle internationale Vergleichsstudie bestätigt, dass Fahrgäste in Deutschland für Taxifahrten tiefer in die Tasche greifen müssen als in den meisten anderen europäischen Städten. In München zählt der Einstiegspreis sowie der Kilometerpreis zu den höchsten im internationalen Vergleich.
Die Studie führt dies auf die staatliche Tarifbindung zurück: In Deutschland legen Kommunen die Preise für Taxifahrten fest, was zu einheitlichen, aber oft hohen Tarifen führt. Während in vielen europäischen Städten Wettbewerb und flexible Preismodelle die Kosten drücken, bleibt in Deutschland wenig Raum für Preisunterschiede. Als Konsequenz zahlen Münchner und andere deutsche Stadtbewohner oft das Doppelte oder mehr im Vergleich zu Kollegen in Paris, Amsterdam oder Warschau.
Überraschend ist laut Studie auch der Vergleich mit New York: Selbst die US-Metropole, bekannt für teure Dienstleistungen, ist bei kurzen bis mittleren Strecken günstiger als München. Nur in Luxussegmenten wie London oder Zürich liegen die Preise teilweise noch höher.
Kritiker fordern daher eine stärkere Liberalisierung der Taxitarife, um mehr Wettbewerb zu ermöglichen. Befürworter der staatlichen Regelung warnen jedoch vor Qualitätsverlusten und sozialen Ungleichgewichten, insbesondere im ländlichen Raum. In Bayern bleibt das Thema besonders brisant, wo touristische Zentren wie München, Nürnberg oder Garmisch-Partenkirchen auf zuverlässige, aber auch bezahlbare Mobilitätsangebote angewiesen sind.
Quellen: ntv – Nachrichten