Thüringen greift verstärkt auf eine vergessene Infrastruktur zurück: die Kleinspeicher aus DDR-Zeiten. Diese kleinen Wasserbecken, einst von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) betrieben, waren jahrelang herrenlos und vielerorts baufällig. Nun will die Landesregierung sie systematisch sanieren – nicht nur zur Trinkwasserversorgung, sondern auch als Schutz vor Extremwetterereignissen.
Die Sommer in den letzten Jahren haben gezeigt, wie anfällig das Bundesland gegenüber Dürreperioden ist. Gleichzeitig drohen bei Starkregen lokal überschwemmte Flächen. Die wiederbelebten Speicher sollen hier Abhilfe schaffen: Sie speichern Regenwasser, entlasten Bäche bei Unwettern und halten im Sommer Wasser für die Landwirtschaft und Feuerwehreinsätze bereit. Inzwischen wurden erste Pilotprojekte in den Regionen um Sömmerda und dem Kyffhäuserkreis erfolgreich abgeschlossen.
„Es ist eine intelligente Wiederverwendung bestehender Strukturen“, so ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums. „Statt teure Neubauten zu errichten, reaktivieren wir eine flächendeckende Infrastruktur, die schon einmal funktionierte.“ Auch Naturschützer begrüßen die Maßnahme, da viele Speicher heute Lebensraum für bedrohte Arten wie Kammmolche oder Libellen geworden sind.
Quellen: MDR – Nachrichten, ZDF Heute – Nachrichten