Thüringer Kommunen greifen zunehmend auf Spenden zurück, um kulturelle und soziale Angebote aufrechtzuerhalten. Von der Sanierung historischer Gebäude über den Betrieb von Wanderfreizeitstätten bis hin zu Theaterveranstaltungen – viele freiwillige Leistungen der Kommunen werden heute nur noch durch finanzielle Zuwendungen aus der Bevölkerung ermöglicht. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des Thüringer Städte- und Gemeindebundes, der vor einer weiteren Ausweitung des Spendenprinzips warnt.
„Kommunen dürfen nicht zu Sammelbüchsen für öffentliche Aufgaben werden“, betonte der Verband. Er fordert eine stärkere finanzielle Entlastung durch das Land, da viele Gemeinden aufgrund leerer Kassen keine Alternativen mehr hätten. Besonders betroffen seien kleinere Gemeinden im ländlichen Raum, die weder hohe Steuereinnahmen noch größere Unternehmen in ihrem Einzugsgebiet haben.
Beispiele für spendenfinanzierte Projekte gibt es landesweit: So wurde eine historische Wanderhütte im Thüringer Wald durch Bürgergelder saniert, und ein kleines Stadttheater in Südthüringen hält dank einer Crowdfunding-Kampagne seine Spielzeit aufrecht. Auch der Erhalt von Denkmälern wird oft über Spendenaufrufe organisiert.
Der Städtebund fordert deshalb eine Neubewertung der kommunalen Finanzausstattung. Ohne zusätzliche Mittel aus Landesmitteln drohe eine Zwei-Klassen-Gemeindepolitik – mit gut ausgestatteten Großstädten auf der einen und geschrumpften, leistungsschwachen Kommunen auf der anderen Seite.
Quellen: MDR – Nachrichten