Im heißen Wahlkampf um das Landesparlament von Sachsen-Anhalt haben die Spitzenkandidaten der etablierten Parteien gravierende Versäumnisse im Umgang mit der AfD eingeräumt. Bei einer Diskussionsrunde der „taz“, an der keine AfD-Vertreter teilnahmen, benannten die führenden Politiker Fehler, die ihrer Ansicht nach zur starken Position der rechtspopulistischen Partei in den Umfragen beigetragen haben.
Sven Schulze, Spitzenkandidat der CDU, räumte ein, dass seine Partei „einiges falsch gemacht“ habe. Er sprach sich für eine Neuausrichtung aus, um Wähler zurückzugewinnen, die zur AfD abgewandert seien. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit einer klaren politischen Distanz zu rechtsextremen Positionen.
Auch die SPD kritisierte die bisherige Strategie. Parteivertreter bemängelten, dass die rassistischen und menschenfeindlichen Ideologien der AfD in der Vergangenheit zu wenig thematisiert worden seien. Eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung sei nötig, um die demokratischen Grundwerte zu verteidigen.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Umfragen zufolge liegt die AfD derzeit vorn, gefolgt von CDU und SPD. Die Diskussion über den richtigen Umgang mit der AfD dürfte bis zur Wahl weiter an Brisanz gewinnen.
Quellen: Spiegel Online – Deutschland, Welt Online