Wassernot am Rhein: NRW-Verkehrsminister Krischer fordert Bundeshilfe

Die anhaltende Dürre trifft Nordrhein-Westfalen besonders hart: Entlang des Rheins sinken die Pegelstände auf kritische Tiefstände, was die Binnenschifffahrt zunehmend gefährdet. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) warnt vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen und fordert die Bundesregierung auf, umgehend finanzielle Hilfen bereitzustellen.

„Die Klimakrise trifft uns volle Pulle“, sagte Krischer in einem Interview mit ZDF heute. Schiffe müssten bereits mit reduzierter Ladung fahren oder ganz stillstehen, was Lieferketten unterbricht und die Transportkosten in die Höhe treibt. Besonders betroffen sind Industrieunternehmen, die auf den Rhein als wichtigen Transportweg angewiesen sind.

Krischer fordert, dass der Bund nicht nur kurzfristig eingreift, sondern auch langfristig in die Anpassung der Infrastruktur investiert. Dazu gehören mögliche Maßnahmen wie die Modernisierung von Schleusen, die Verbesserung der Wasserwirtschaft und die Entwicklung klimaresistenter Logistikkonzepte. Gleichzeitig wird befürchtet, dass bei weiter sinkenden Pegeln bald kein regulärer Schiffsverkehr mehr möglich sein wird.

Zusätzlich zur Verkehrskrise taucht bei niedrigem Wasserstand auch ein weiteres Problem auf: In Köln wurde bei extrem niedrigem Rheinpegel eine Weltkriegsbombe entdeckt. Die Fundstelle liegt im Bereich eines wichtigen Schifffahrtswegs, was die Entschärfung kompliziert und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich macht.

Quellen: ZDF Heute – Nachrichten, FAZ Online